Welcome to WiN

Am 25.05.2016 war das Filmteam der Deutschen Welle auf dem Gelände der DEULA Westfalen-Lippe GmbH um einen Beitrag über unsere Flüchtlingsmaßnahme Welcome to WiN - Work in Nature zu produzieren.

Hier sehen Sie den  Film auf youtube.

Aktuelles Einzelansicht

09.02.2017

Baustellensicherung – kein Wenn und kein Aber

Nachlässigkeiten bei der Verkehrssicherung von Straße und Arbeitsstelle gefährden nicht nur Mitarbeiter, sondern können schlimmstenfalls eine Unfallkatastrophe nach sich ziehen.

Kommunalbetriebe, Landesstraßenmeistereien, Autobahnmeistereien, aber auch viele Baufirmen kennen das „Problem“ der Verkehrssicherungspflicht. Bevor die eigentliche Arbeit losgehen kann, ist für einen verkehrssicheren Zustand der Straße und der daran gelegenen Arbeitsstelle zu sorgen. Vor Einrichtung der Baustelle hat die Beantragung einer verkehrsrechtlichen Anordnung (VRA) zu erfolgen. Diese enthält den auf die Örtlichkeit abgestimmten Verkehrszeichenplan, den zeitlichen Umfang sowie die verantwortliche Person.

Die Verkehrssicherungspflicht dient dem Schutz zweier Personenkreise: Ausnahmslos alle Verkehrsteilnehmer vom Fußgänger bis zum Lkw-Fahrer sowie dem Kreis des Baustellenpersonals. Die Nichtabsicherung oder auch die nicht ordnungsgemäße Absicherung kann für die Verantwortlichen schwere Konsequenzen zur Folge haben. Sollte eine Person zu Schaden kommen, was durch eine sachgemäße Sicherung hätte vermieden werden können, steht der Verantwortliche in der Haftung. Neben der zivilrechtlichen Haftung besteht die Möglichkeit einer strafrechtlichen Verfolgung.

Gefahrenpotenziale

Es gibt für die eigenen Mitarbeiter generell zwei unterschiedliche Gefahrenzeiträume:

Aufbau / Abbau der Sicherungsmaßnahme

Es kommt immer wieder zu tödlichen Unfällen beim Aufbau von Sicherungsmaßnahmen. So kam bei Oldenburg ein 45-jähriger Mitarbeiter eines Bauunternehmens beim Einrichten einer Tagesbaustelle ums Leben, als ein Sattelzug ungebremst auf den Sicherungsanhänger prallte, der soeben auf dem Seitenstreifen zum Stehen kam. Ein zweiter Mitarbeiter konnte sich mit einem Sprung über die Leitplanke retten.

Beim Aufbau müssen die Mitarbeiter vielfach die Straße queren, der Verkehr rollt aber häufig ungezügelt weiter oder hält sich „noch“ nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung, da eine Baustelle nicht zu erkennen ist. Es bedarf einer ständigen Sensibilisierung der eigenen Mitarbeiter für diese besondere Situation und auch eines Trainings, wie die Baustelle aus Gefahrensicht am besten einzurichten ist. Auch gilt es, die Mitarbeiter zu trainieren, wie sie sich in Gefahrensituationen zu verhalten haben. So denken einige Straßenmeistereien in den nördlichen Bundesländern darüber nach, die Mitarbeiter mittels eines speziellen Risikoparcourstrainings fortzubilden.

Betrieb der Baustelle

Während des Betriebs, die Baustellensicherung wurde ordnungsgemäß durchgeführt, fließt der Verkehr häufig langsamer, das Gefahrenpotenzial für das Personal sinkt, für die Verkehrsteilnehmer steigt die Gefahr im Vergleich zur freien Fahrt jedoch an. Häufig kommt es vor der eigentlichen Baustelle zu Auffahrunfällen, die aber nicht den Mitarbeitern der Kommunalbetriebe anzulasten sind. Kritisch wird es vielfach für die Verkehrsteilnehmer, wenn die Baustelle zum Feierabend von den Arbeitskräften verlassen wird. Warnbaken und Lampen fehlen gänzlich oder funktionieren aufgrund leerer Batterien nicht, Absperrungen werden in der Eile des Aufbruchs nicht geschlossen, einzelne Gegenstände ragen im Fußgängerbereich über die Absperrung hinaus oder Schilder sind missverständlich, heben sich auf oder die Schilderkombination entspricht nicht den Bestimmungen. Auch die nicht eindeutige Verkehrsführung im Baustellenbereich durch Leitbaken ist häufig anzutreffen. Diese Nachlässigkeiten können somit zu schweren Unfällen führen.

Entscheidend ist, dass nicht nur die Bauarbeiter oder Mitarbeiter des kommunalen Bauhofs in der Verpflichtung stehen, sondern auch der Bauhofleiter oder der Geschäftsführer eines Bauunternehmens. Ob Langzeit- oder Tagesbaustelle, ob das Mähen des Grünstreifens oder das Fällen von Bäumen an einer Straße, die Verkehrssicherungspflicht besteht uneingeschränkt.

DEULA-Expertentipp

Es verwundert immer wieder sehr, dass Sicherungsmaßnahmen von Verantwortlichen wie auch Betroffenen nicht so ernst genommen werden, wie es das Gefahrenpotenzial erwarten lässt. Am Fehlen von Rechtsvorschriften kann es kaum liegen, davon gibt es reichlich. Sie reichen von zivilrechtlichen Haftungsvorschriften über öffentlich-rechtliche Ordnungsvorschriften bis hin zu Bußgeld- und Strafbestimmungen. Hinzu kommen unzählige technische Regelwerke, DIN-Vorschriften, Verwaltungsvorschriften u.ä. Einen hervorgehobenen Platz nehmen für die Praxis die Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA) und die Zusätzlichen technischen Vertragsbedingungen und Richtlinien für die Sicherungsarbeiten an Arbeitsstellen an Straßen (ZTV – SA 97) ein. Vielleicht ist es das Vorhandensein so vieler und vielseitiger Vorschriften, die das Verständnis der Regelungen erschweren und die Anwendung eher behindern. Hinzu kommt, dass jede Baustelle ihre Besonderheiten und Eigentümlichkeiten aufweist, die auch mit noch so vielen Vorschriften nicht immer richtig und vollständig erfasst werden können. Neben dem entsprechenden Pflichtbewusstsein jedes Einzelnen gehört das Grundverständnis des Regelungssystems zu den Voraussetzungen einer sachgerechten Baustellenabsicherung, auf die sich Verkehrsteilnehmer und Beschäftigte gleichermaßen verlassen können müssen. Deshalb kann der Rat eines Experten nur eindringlich lauten: AUSBILDUNG, FORTBILDUNG, AUFFRISCHUNG.

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