500 Mio. Euro in Biogasanlagen investiert

Betreiber diskutieren auf DEULA Freren Fachforum über Wege zur Effizienzsteigerung

 

Auf dem DEULA Freren Fachforum - Biogasanlagen 2009/10 „Wege zur Effizienzsteigerung, mit Sicherheit!“ - informierten sich rund 120 Betreiber aus der Landwirtschaft, Bauwillige, kommunale Entscheidungsträger und Verantwortliche aus verschiedenen Einrichtungen über praktische Lösungen. DEULA-Freren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Mathias Kirchhoff stellte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Biogasanlagen für den einzelnen Betreiber, die landwirtschaftlichen Betriebe und regionale Wirtschaft heraus. Mit über 250 Biogasanlagen sei Weser-Ems eine der weltweit führenden Regionen in der Anwendung dieser Technologie. „Rechnet man die beantragten und geplanten Anlagen hinzu, ergibt sich ein Investitionsvolumen in Höhe von etwa 500 Mio. Euro, von dem zum Großteil die regionale Wirtschaft profitiert“, sagte Kirchhoff.

 

Dipl.-Ing. Michael Kralemann, Bioenergieberater vom 3N Kompetenzzentrum Nachwachsende Rohstoffe, gab einen Überblick über den Stand der Biogaserzeugung in Niedersachsen, die Möglichkeiten von Wärme- und Gasnutzung und die Auswirkungen der Novelle des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbare Energien (EEG). Kralemann zeigte die Potenziale neuer Generationen von Energiepflanzen und die vermehrte Gülleverwertung anhand von Projekten beispielhaft auf.

 

„Eine Biogasanlage lässt sich nicht nebenbei betreiben“, betonte Dipl.-Ing. Jan Wulkotte, Fachgruppenleiter für Baurecht und Energie der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Wulkotte hob hervor, dass eine Biogasanlage die volle Aufmerksamkeit des Betreibers rund um die Uhr benötige und die Effizienzsteigerung ganz wesentlich von diesem Faktor abhänge. Die Optimierungsfelder einer Biogasanlage gliederte Wulkotte in die Bereiche Mensch/Qualifikation, Organisationen/Netzwerke, Technik und Biologie.

 

Im Mittelpunkt des Forums stand die Gesprächsrunde mit vier Anlagen-Betreibern, die über ihre Erfahrungen berichteten und sich u. a. den Fragen zur Effizienzsteigerung und Sicherheit stellten. Jens Geveke aus Westerstede-Ihausen, Franz Lührmann aus Recke, Eberhard Schulte-Siering aus Bad Bentheim und Bernhard Wilken aus Haren diskutierten wichtige Kennzahlen, Störungsschwerpunkte in der Anlagentechnik, Bedeutung der Biologie und Maßnahmen zur Arbeitssicherheit.

 

Besondere Beachtung fanden auch die Ausführungen zur Sicherheit von Dipl.-Ing.(FH) Jürgen Hesselbrock von der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Niedersachsen- Bremen. Er betonte, dass beim Betrieb von Biogasanlagen im Vergleich zum übrigen landwirtschaftlichen Betrieb keine besondere Unfallhäufigkeit festgestellt werden könne. Allerdings sei eine systematische Gefährdungsbeurteilung der wichtigste Schritt zur Unfallvermeidung.

 

Der Beitrag von Dipl.-Ing. agr. Christoph Gers-Grapperhaus vom Fachbereich Energie, Bauen und Technik der Landwirtschaftskammer Niedersachsen lieferte äußerst praktische Lösungen aus dem Optimierungsfeld Anlagentechnik. Gers-Grapperhaus ließ die Betreiber an seinem reichen Erfahrungsschatz bei der Silagelagerung bis hin zum Blockheizkraftwerk teilhaben. Für zahlreiche Problemstellungen aus dem Publikum sprach er konkrete Empfehlungen aus.

Zum Kern einer jeden Biogasanlage, dem Inneren des Fermenters, kam Dr. Manfred Bischoff von der landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA-Nord-West) in Oldenburg. Bischoff wusste den eigentlich komplexen und trockenen Stoff der Biochemie den Zuhörern auf beste Art nahe zu bringen. Warum es im Fermenter zu Störungen kommen kann und wie man die Mikroben so „verhätschelt“, dass sie ihr Bestes für den optimalen Gasertrag geben, konnte Bischoff in lebhaften Vergleichen darstellen.

 

„Eine überaus gelungene Veranstaltung,“ zog Frerens Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz zum Ende des Forums ein Fazit und griff damit die einhellig positive Meinung aller am Forum Beteiligten auf. Grund genug für Kirchhoff in seinem Schlusswort zu betonen, dass die DEULA Freren den Faden aufnehmen und die Anlagenbetreiber durch ein Aus- und Weiterbildungsangebot unterstützen werde.

 

 

Bild 1: Großes Lob und Dank für die Referenten (von links): Manfred Bischoff (LUFA), Jan Wulkotte (LWK Nds.), Christoph Gers-Grapperhaus (LWK Nds.), Jürgen Hesselbrock (L-BG) und Mathias Kirchhoff (DEULA Freren)

Bild 2: Lebhafte Diskussionen mit den Betreibern (von links): Franz Lührmann (Recke), Eberhard Schulte-Siering (Bad Bentheim), Bernhard Wilken (Haren) und Jens Geveke (Westerstede-Ihausen)