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Aktuelles aus Warendorf

25.07.2016

„Es geht nicht darum ob, sondern wann die Flüchtlinge anfangen können!“

DEULA-Willkommenslotse vermittelt zwischen Arbeitgebern und Flüchtlingen

Begeistert von der grünen Branche: Willkommenslotse Theo Wöstmann

Wie geht man als Arbeitgeber mit jungen Mitarbeitern aus fremden Kulturen um? Was für Europäer selbstverständlich ist, ist für Flüchtlinge z.B. aus Syrien, Afghanistan oder dem Sudan noch lange nicht selbstverständlich. Und umgekehrt. Auf der einen Seite ein westliches Selbstverständnis und verbriefte Grundrechte, über die heute weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer ernsthaft nachdenken, auf der anderen Seite religiöse Regeln und soziale Traditionen, die bis in den Arbeitsalltag hinein greifen. Um diese kulturelle Kluft zu überbrücken, hat die Bundesregierung die sogenannten „Willkommenslotsen“ auf den Weg gebracht. Einer von ihnen kommt aus Warendorf und arbeitet als Willkommenslotse für die DEULA Westfalen-Lippe.

Theo Wöstmann von der DEULA Westfalen-Lippe ist bei seinen „Kunden“ gerne gesehen. Seine Kunden, das sind mehr als 4.000 Landwirte, Gartenbau-Betriebe und andere Arbeitgeber der grünen Branche in ganz NRW. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Es fehlen Fachkräfte oder Menschen, die es werden wollen. Die meisten von ihnen würden gerne motivierte, junge Menschen anstellen, auch Flüchtlinge. Aber natürlich gibt es Unsicherheiten, sicher auch Vorurteile. Aufklärung und Information hat Theo Wöstmann sich hier auf die Fahnen geschrieben. Seine jahrelange Berufserfahrung als geprüfter Personalfachkaufmann (IHK) hilft ihm dabei, Brücken zu bauen: „Ich habe in vielen Projekten mit Migranten zusammen gearbeitet. Zudem weiß ich als Handwerksmeister, wo bei den Arbeitgebern der Schuh drückt. Vor diesem Hintergrund ist es gar nicht so schwer, beide zusammen zu bringen. Meine Kunden haben ganz nüchterne Fragen zum Arbeits- und Sozialrecht, zum Aufenthaltsstatus und eben auch Fragen zu kulturellen Themen.“ Theo Wöstmann kontaktiert die Arbeitsagenturen, die Jobcenter, die Integration-Points sowie ehrenamtliche Hilfsorganisationen, um motivierte und teils gut ausgebildete, mindestens aber angelernte Kräfte mit guter Bleibeperspektive für eine dauerhafte Beschäftigung anzuwerben. Der Fokus seiner Aufgaben richtet sich dabei auf die Vermittlung von Auszubildenden, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. Denn die Idee, die hinter den Willkommenslotsen steckt, ist nicht nur eine Reaktion auf die zahlreichen Flüchtlinge, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind – auch der demografische Wandel und der jetzt schon spürbare Mangel an Arbeitskräften steckt dahinter: Laut Bundesministerium für Arbeit werden in den nächsten Jahren rund 400.000 eingewanderte  Fachkräfte benötigt, um bis 2050 das „Erwerbspersonenpotenzial“ konstant zu halten, also die Zahl der verfügbaren Erwerbstätigen auf dem heute benötigten Niveau zu halten. Da macht die grüne Branche keine Ausnahme, im Gegenteil: Die „Grünen Berufe“ (Gärtnereien, GaLaBau-Betriebe, Landwirtschaft, etc.) leiden schon länger unter Arbeitskräftemangel. Deshalb hat es schon interessante Kooperationen mit Südeuropa und mit Russland gegeben, um hier Abhilfe zu schaffen. Aber die jungen Menschen, die man für diese Kooperationen angesprochen hatte, wollten einfach nicht längerfristig in Deutschland arbeiten. „Bei den Flüchtlingen ist das anders, und deshalb ist das Interesse der Betriebe an meiner Arbeit so groß!“ Seinen Titel „Willkommenslotse“ erklärt Theo Wöstmann so: „Das hat seinen Ursprung im Begriff der Willkommenskultur. Natürlich bin ich für die Flüchtlinge da und helfe ihnen bei ihrem Start in unserer Gesellschaft. Aber die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer und auch die unseres DEULA-Integration-Coaches Pia von Steegen ist da viel umfassender. Ich baue Brücken ins Arbeitsleben. Das ist ein wichtiger Punkt der Integration, aber nur ein Aspekt unserer Willkommenskultur.“ Heute würde man versuchen, anders mit Migranten umzugehen, als damals mit den sogenannten „Gastarbeitern“. Der 57-jährige sieht in der Integration von ausländischen Arbeitskräften eine historische Chance: „Flüchtlinge von heute können die Fachkräfte von morgen sein. Ich helfe den Betrieben aus der grünen Branche, insbesondere den Garten- und Landschaftsbaubetrieben, indem ich ihren Personalbedarf analysiere, Kontakte herstelle, passende Menschen über mein umfangreiches Netzwerk suche. Und, indem ich helfe, Strategien zu entwickeln, mit Menschen aus fremden Kulturen zusammen zu arbeiten und sie zu verstehen.“ Damit ist Theo Wöstmann einer von acht Spezialisten aus bundesweit rund 150 Willkommenslotsen, die ausschließlich in der grünen Branche aktiv sind. Außerdem ist er in ganz NRW unterwegs, während Willkommenslotsen sonst eher regional agieren.

Mit der DEULA Westfalen-Lippe kann Theo Wöstmann auf ein riesiges Netzwerk aus Verband Garten-, Landschafts-, und Sportplatzbau, Landesverband Gartenbau, Landwirtschaftskammer, Landwirtschaftsverband, Arbeitsagentur und Jobcentern zurückgreifen. Von der Ausländerbehörde bis zu den Berufskollegs und von regionalen Bildungsbüros bis zu Wirtschaftsförderungsgesellschaften reicht das Netz der Kooperations- und Gesprächspartner der DEULA in Warendorf. All diese Akteure sind mittelbar oder sogar direkt mit der Qualifizierung und Vermittlung von Flüchtlingen befasst – Theo Wöstmann ist ihre Schnittstelle zu den Arbeitgebern. „Und die missioniere ich nicht. Das muss ich gar nicht. Die allermeisten gehen offen und vorbehaltslos mit der Idee um, Mitarbeiter aus anderen Kulturkreisen zu beschäftigen. Es geht nicht darum, ob sie Arbeitnehmer mit Flüchtlingshintergrund beschäftigen, sondern mehr darum, wann die anfangen können und unter welchen Voraussetzungen. So macht meine Arbeit richtig Freude!“

Servicetechniker für Land- & Baumaschinen (HWK)

Beginn: 16.10.2017
Noch Plätze frei!

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