Der Bundesverband DEULA war in dieser Woche auf den DLG-Feldtagen in Bernburg vertreten und nutzte die renommierte Fachveranstaltung als wichtige Plattform für Austausch, Vernetzung und fachliche Impulse in der grünen Branche.
Auf der wunderschönen Standfläche der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG) konnte sich der Bundesverband DEULA präsentieren. Die LLG Iden ist Mitglied im Bundesverband DEULA und steht beispielhaft für die enge Zusammenarbeit innerhalb des bundesweiten Netzwerks. Der gemeinsame Auftritt unterstrich eindrucksvoll die Bedeutung einer praxisnahen Aus- und Weiterbildung als Grundlage für die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft.
Podiumsdiskussion zur Zukunft der Ausbildung
Ein besonderer Höhepunkt war die Teilnahme des Bundesverbandes DEULA an der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion „Neue Ausbildungsordnung – neuer Landwirt?“. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Praxis wurden zentrale Fragen zur Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Ausbildung diskutiert. Im Fokus standen dabei insbesondere die Auswirkungen von Digitalisierung und Klimaanpassung auf zukünftige Qualifikationsanforderungen, die Rolle gesellschaftlicher Erwartungen an die Landwirtschaft sowie die Gestaltung einer modernen, zukunftsfähigen beruflichen Bildung.
Die Diskussion verdeutlichte, dass sich die landwirtschaftliche Ausbildung in einem komplexen Spannungsfeld weiterentwickelt: zwischen bundesweiten Vorgaben und föderaler Umsetzung sowie zwischen unternehmerischer Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung. Ein besonders prägnantes Signal setzte Ministerpräsident Sven Schulze, der die Verantwortung der Politik und deren direkte Auswirkungen auf die berufliche Bildung deutlich hervorhob: „Die Politik setzt klare Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft – etwa im Bereich Tierhaltung oder Düngung – und definiert damit, wie moderne Agrarbetriebe heute und künftig arbeiten. Daraus ergibt sich auch eine besondere Verantwortung für die berufliche Bildung: Diese Rahmenbedingungen müssen sich in der Ausbildung wiederspiegeln. Deshalb ist es entscheidend, dass insbesondere die überbetriebliche Ausbildung entsprechend ausgestattet ist und praxisnah vermittelt, wie moderne Landwirtschaft unter diesen Vorgaben funktioniert.“ Mit seinen Ausführungen machte Schulze deutlich, dass politische Vorgaben und Ausbildungsrealität untrennbar miteinander verbunden sind. Eine zukunftsfähige landwirtschaftliche Bildung müsse daher die regulatorischen Anforderungen frühzeitig aufgreifen und praxisnah vermitteln.
Erik Grunwald, Vizepräsident des Bundesverbandes DEULA und Geschäftsführer der DEULA Westerstede, machte bei der Podiumsdiskussion die zentrale Rolle der überbetrieblichen Ausbildungsstätten deulich: „Die landwirtschaftliche Ausbildung befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel. Spezialisierungen gewinnen zunehmend an Bedeutung, weshalb ergänzende Lernorte wie die DEULA-Standorte eine wichtige Rolle spielen, um Auszubildenden neue Perspektiven zu eröffnen. Gleichzeitig profitieren sie von einer hervorragenden, modernen Ausstattung, die eine praxisnahe und zeitgemäße Ausbildung ermöglicht. Entscheidend ist dabei die enge Verzahnung von Theorie und Praxis: Die Teilnehmenden können Dinge erproben, die im eigenen Betrieb oder in der Berufsschule oft nicht möglich sind. In Kooperation mit Berufsschulen und Hochschulen schaffen wir so wertvolle Praxisräume. Angesichts der rasanten technischen Entwicklungen ist es unser Anspruch, aktuelle Inhalte und moderne Technik kontinuierlich in die Ausbildung zu integrieren.“
Gemeinsamer Blick in die Zukunft
Zum Abschluss der Diskussion formulierten die Teilnehmenden ihre Perspektiven für die landwirtschaftliche Ausbildung im Jahr 2035. Einigkeit bestand darin, dass der Erfolg maßgeblich von Zusammenarbeit, Offenheit und Begeisterung abhängt. Sie ergänzten den vorgebenen Satz folgendermaßen
"Die landwirtschaftliche Ausbildung im Jahr 2035 ist erfolgreich, ...
... wenn alle Akteure – Ausbildungsbetriebe, Verbände und Berufsschulen – eng zusammenarbeiten (Felix-Donatus Graf von Plettenberg-Lenhausen, ehemaliger Auszubildener und nun Student),
... wenn es gelingt, heutige Richtlinien konsequent umzusetzen und gleichzeitig offen für Neues zu bleiben (Jürgen Böhm, Staatssekretär für Bildung Sachsen-Anhalt),
... wenn praxisnahes Lernen weiterhin im Mittelpunkt steht (Erik Grunwald, Vizepräsident des Bundesverbandes DEULA und Geschäftsführer der DEULA Westerstede),
... wenn ausreichend junge Menschen mit echter Begeisterung für die Branche gewonnen werden (Sven Schulze, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt),
... wenn die Ausbildung stets die Perspektiven der jungen Generation in den Fokus stellt (Johannes Lenz, Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat),
... wenn es gelingt, dauerhafte Begeisterung für landwirtschaftliche Berufe zu wecken (Peter Gottschalk, Landwirt und Ausbilder).
Starke Impulse aus Praxis und Bildung
Neben der Podiumsdiskussion boten die DLG-Feldtage noch die Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit Partnern, Bildungseinrichtungen und Branchenvertretern. Die Veranstaltung zeigte erneut, wie wertvoll der Dialog zwischen Praxis, Bildung und Politik für die Weiterentwicklung der grünen Berufe ist.





