Straße-Feld-Transporte

Mit zunehmenden Betriebsgrößen wächst die Bedeutung der innerbetrieblichen Logistik. Die Zeiten, wo Agrartransport bedeutete, sich auf den Trecker zu setzen und loszufahren, sind vorbei.

Transporte zum Feld und vom Feld sind so alt wie die Landwirtschaft, aber auch hier ist nur der Wandel beständig. Der Feld- bzw. Straßenrand ist zu einer Schnittstelle in der Agrarlogistik geworden, die längst mehr ist als nur der Wechsel des Untergrunds, auf dem gefahren wird. Wenn der Agro-Truck die Maismulde vom Häcksler bis zur Miete zieht oder der Schlepperzug das Getreide vom Mähdrescher übernimmt und bis zum Hof oder aufnehmenden Handel transportiert, kann kaum von einer Transportkette gesprochen werden. Mit zunehmender Schlagkraft der Erntetechnik rückt aber die Logistik zwangsläufig in den Fokus. Eine technisch recht einfache Lösung der Übergabe am Feldrand ist die Verwendung einer Dolly-Achse am Sattelauflieger.

Um welche Größenordnungen es sich bei der Problematik handelt, verdeutlicht ein Beitrag der BusinessAgrar 2-2014, dort heißt es: Durch die größeren Schnittbreiten der Mähdrescher steigt zwar der Ertrag pro Zeiteinheit deutlich, der Abtransport dieser Mengen gestaltet sich aber oft schwierig. Berechnungen für ein gängiges Szenario ergeben, dass bei einem zeitgleichen Einsatz von vier Mähdreschern mit einer Schnittbreite von neun Metern und einer Transportstrecke zum Getreidelager von 30 Kilometern, im günstigsten Fall 28 Lastzüge für einen reibungslosen Transport benötigt werden. Daraus lässt sich leicht ableiten, dass an der Schnittstelle Feld-Straße nicht nur Masse gefragt ist, sondern auch Flexibilität, wenn die Transportkette nicht ins Stocken geraten soll.

Die Rübenlogistik wird bereits viele Jahre zentral organisiert und läuft in der Regel reibungslos. Die Partner sind gut eingespielt, so dass Transportwege von durchschnittlich 80-100 Kilometer funktionieren. Die Lademaus überbrückt den Feldrand und kann Lkw auch auf der Straße beladen. Die Notwendigkeit einer verkehrsrechtlichen Anordnung ist den Disponenten bekannt, der praktische Umgang damit ist regional sehr unterschiedlich; es hat sich in der Regel eingespielt und die Öffentlichkeit akzeptiert es.

Noch etwas weniger präsent, aber dennoch von erheblicher Bedeutung, ist der Feldrand als Logistikschnittstelle in umgekehrter Richtung. Auch die Ausbringung von Flüssigmist und Gärsubstrat ist nicht mehr durch das Güllefass geprägt, dass vom Lager bis auf das Feld transportiert und dort auch gleich verteilt. Heute ist der Zubringer gängige Praxis, der am Feldrand den Verteiler versorgt. Dabei sind allerdings die Glieder der Transportkette nur selten wirklich aufeinander abgestimmt, schlimmstenfalls wartet dabei jeder auf jeden. Mit zunehmender Technikgröße wird jede Warteminute kostenrelevant. Es kommt der Feldrandcontainer als Pufferspeicher ins Spiel.

Die DEULA rät

Ein Feldrandcontainer ist die Wahl, wenn es darum geht, Wartezeiten in der Güllekette zu minimieren oder im Idealfall ganz auszuschließen. Optimierung bedeutet dabei, die Stundenleistung bei Transport und Ausbringung zu maximieren. Dem Puffercontainer kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Größen bis über 90 m³ sind verfügbar. Wichtig bei der Entscheidung für diese Technik ist, dass die gesamte Kette aufeinander abgestimmt wird. Das kann bedeuten, dass das Lager eine zweite Entnahmestelle vorweisen sollte. Dann sind die Wegstrecken möglichst so zu planen, dass der Lieferverkehr einen Kreislauf darstellt, um ein Begegnen auf Wirtschaftswegen und schmalen Straßen zu vermeiden. Der Standort des Containers sollte so gewählt werden, dass Zubringer nicht „durch den Dreck“ müssen, das vermindert die Fahrbahnverschmutzung. Als ideal hat sich beim Aufstellen ein Abstand von 1,5 m zum Fahrbahnrand erwiesen. Ganz wesentlich ist es, die Anzahl der Zubringer auf die Entfernung vom Lager zum Feld anzupassen. Sollte es sich nicht vermeiden lassen, den Container an einer Kreis- oder Landesstraße abzustellen, sind die entsprechenden Behörden zu kontaktieren und die Auflagen zu erfüllen. Und natürlich sind alle üblichen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Niemals in oder kurz hinter Kurven aufstellen, Warnschilder und Pylonen aufstellen. Wenn die Öffentlichkeit auch während der Maßnahme Verständnis für Fahrbahnverschmutzungen aufbringen kann, so kann sie das danach zu Recht nicht mehr, also schnellstmöglich beseitigen. Ein Tipp: Errechnen Sie, was eine Minute Wartezeit kostet und machen das den Beteiligten klar. Jeder kann das dann in Relation zu seinem Stundenlohn setzen und motiviert an der Optimierung mitwirken.

Christian Koep, Technischer Lehrer DEULA Schlesig-Holstein